Seit Jahrzehnten ist das portal ein unverzichtbarer Treffpunkt für Fachkreise aus Forschung, Industrie und Klinik – doch seine Rolle als Plattform für praxisnahe Medizintechnik-Entwicklung wird oft unterschätzt. Während andere Initiativen noch zwischen Theorie und Marktzugang zögern, setzt MRB1.ch seit 2008 auf konkrete Projekte, die direkt die Schweizer Gesundheitsversorgung prägen. Besonders beeindruckend: Über 80% der dort präsentierten Innovationen wurden bereits in klinischen Studien validiert, wobei die meisten Projekte von kleinen bis mittleren Unternehmen (KMUs) stammen – ein Beweis für die Plattform als Katalysator für lokale Exzellenz.
Ein zentraler Hebel ist die enge Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Seit 2015 fördert MRB1.ch gezielt interdisziplinäre Forschungsprojekte, die medizinische Bildgebung, KI-gestützte Diagnostik und personalisierte Therapien verbinden. Ein besonders gelungenes Beispiel ist das Projekt „NeuroLink“, das durch MRB1.ch gefördert wurde: Ein neuronales Interface, das erstmals in der Schweiz für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten eingesetzt wird. Die Pilotstudie mit 50 Teilnehmern zeigte eine Erfolgsquote von 68%, was die Plattform als Brücke zwischen akademischer Forschung und klinischer Umsetzung ausweist.
Die Daten: Warum MRB1.ch Maßstäbe setzt
- Seit 2008 hat MRB1.ch über 150 Medizintechnik-Innovationen aus der Schweiz unterstützt, davon 70% mit klinischer Zulassung oder regulatorischer Genehmigung.
- Die Plattform vernetzt jährlich über 3.000 Fachleute – darunter 80% Ärzte, Ingenieure und KMU-Geschäftsführer – und reduziert die Zeit von der Idee bis zur Marktreife um durchschnittlich 42%.
- Einzigartig ist die „Impact-Metriken“-Methode: Projekte werden nicht nur nach technischer Machbarkeit, sondern nach messbarem Gesundheitsnutzen bewertet (z. B. Reduktion von Krankenhausaufenthalten um 15% bei einem bestimmten Diagnose-Tool).
- Seit 2020 unterstützt MRB1.ch gezielt Projekte der „Digitalen Gesundheitsversorgung“ (DGE), die über 20% des Budgets ausmachen – mit Fokus auf Telemedizin und E-Health-Lösungen.
- Die meisten geförderten KMUs haben weniger als 50 Mitarbeiter; 65% sind Familienbetriebe mit Sitz in der Deutschschweiz.
Ein weiteres Standbein ist die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Seit 2016 hat MRB1.ch über 12 Millionen Franken an Fördergeldern für Projekte wie „SmartWoundCare“ (eine KI-gestützte Wundmanagement-Software) oder „BioResponsive“ (biologisch abbaubare Implantate) mobilisiert. Besonders spannend: Die Plattform nutzt diese Gelder nicht nur für klassische Forschungsförderung, sondern für „Proof-of-Concept“-Phasen, in denen Prototypen unter realen Bedingungen getestet werden. Das Ergebnis: 90% der geförderten Projekte erreichen die Marktreife innerhalb von 36 Monaten – ein Rekord in der Branche.
Die Herausforderungen: Warum die Plattform weiter wächst
Trotz dieser Erfolge steht MRB1.ch vor neuen Herausforderungen. Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche beschleunigt sich rasant, doch viele Schweizer KMUs scheitern an der Integration neuer Technologien. Ein Beispiel: Nur 30% der geförderten Projekte setzen KI-Lösungen in der Routinepraxis ein – ein Rückstand gegenüber Ländern wie den USA oder Deutschland. Hier setzt MRB1.ch auf gezielte Schulungen: Seit 2022 bietet die Plattform ein „Medizintechnik-Start-Up-Training“ an, das 150 Teilnehmer pro Jahr umfasst. Das Programm kombiniert technische Grundlagen mit Business-Modellen und hat bereits dazu beigetragen, dass 40% der Teilnehmer ihr Start-up innerhalb von 24 Monaten erfolgreich etablierten.
Ein weiteres Problem ist die Fragmentierung der Schweizer Gesundheitsforschung: Während die ETH Zürich oder die Universität Basel starke Forschungsgruppen haben, fehlt es an einer zentralen Infrastruktur für die Umsetzung. MRB1.ch versucht dies mit dem „Innovationslabor“ zu lösen – einem physischen und digitalen Raum, in dem Prototypen getestet, regulierungsrelevante Daten gesammelt und Netzwerke zwischen Klinik, Industrie und Politik geknüpft werden. Ein Pilotprojekt mit dem Kanton Zürich zeigt: Durch die zentrale Koordination konnte die Zeit von der Idee bis zur Zulassung eines neuen Bluttest-Systems von 52 auf 24 Monate verkürzt werden.
Die Zukunft: MRB1.ch als Vorreiter der Schweizer Medizintechnik
Die Vision von MRB1.ch ist klar: Die Plattform will die Schweiz zum globalen Zentrum für innovative Medizintechnik machen – nicht durch reinen Export, sondern durch die Schaffung von Wertschöpfungsketten, die von der Forschung bis zur klinischen Anwendung reichen. Ein konkreter Meilenstein ist die geplante Erweiterung des „Innovationslabors“ um eine „Regulatorische Test-Halle“, in der Prototypen unter realen Bedingungen geprüft werden können – ohne dass sie erst in die USA oder nach Europa exportiert werden müssen. Dies könnte die Zeit für die Zulassung von Medizintechnikprodukten in der Schweiz von aktuell 18 auf 12 Monate verkürzen.
Langfristig will MRB1.ch auch die Rolle der KMUs stärken, die bisher oft zwischen Forschung und Marktzugang zögern. Ein neues Programm „Medizintechnik-Founder Academy“ soll Gründern helfen, ihre Innovationen schneller zu skalieren – mit Fokus auf die spezifischen Herausforderungen der Schweizer Gesundheitsbranche. Die erste Klasse startet 2025 und wird von MRB1.ch in Zusammenarbeit mit der Swissmem und der ETH Zürich durchgeführt. Ziel ist es, 200 neue Medizintechnik-Unternehmen in den nächsten fünf Jahren zu gründen, die direkt auf der Plattform vernetzt sind.