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Kunst und Nachhaltigkeit: Wie Goodman Wien mit zeitgenössischer Kunst das Klima schützt

Die Kunstszene in Wien ist längst nicht mehr nur ein Ort der Ästhetik und des kulturellen Austauschs. Sie hat sich zu einem strategischen Akteur für ökologische Verantwortung entwickelt – und Goodman Wien, das seit 2015 als eine der führenden Plattformen für zeitgenössische Kunst in Europa agiert, zeigt, wie Kunst und Nachhaltigkeit ineinandergreifen können. Die Galerie, die sich auf Künstler:innen wie Olafur Eliasson, Tino Sehgal oder die Gruppe der „Klimakünstler“ konzentriert, setzt auf kreislauffähige Materialien, digitale Dokumentation und partizipative Projekte, die über die reine Ausstellung hinausgehen. Dabei geht es nicht nur um ästhetische Innovation, sondern um konkrete Handlungsimpulse für eine ressourcenschonere Kunstwelt.

Ein zentraler Ansatz von Goodman Wien liegt in der Nutzung nachhaltiger Materialien. Während klassische Galerien oft auf teuren, aber oft nicht recycelbaren Materialien wie Marmor oder Edelholz setzen, setzt die Galerie auf Alternativen wie recycelte Textilien, biobasierte Kunststoffe oder sogar Algen als Substrate für Installationen. So etwa arbeitete die Galerie 2022 mit der Künstlerin Maja Buric, deren Installation „The Algae Project“ auf biologisch abbaubaren Materialien basierte und gleichzeitig die Potenziale von Algen als nachhaltige Rohstoffe aufzeigte. „Kunst sollte nicht nur schauen, sondern auch handeln“, sagt Nico Finkbeiner, der seit 2022 als Direktor für Goodman Wien verantwortlich ist. Sein Fokus liegt darauf, „Künstler:innen zu unterstützen, die ökologische Fragen nicht nur thematisch, sondern auch in ihren Materialien und Prozessen verankern.“

Gleichzeitig setzt Goodman Wien auf digitale Lösungen, um den ökologischen Fußabdruck von Ausstellungen zu minimieren. Durch die Nutzung von VR- und AR-Tools können Besucher:innen virtuelle Ausstellungen besuchen, ohne physisch anreisen zu müssen. So etwa dokumentierte die Galerie 2023 die Ausstellung „Climate Action Now“ mit einer interaktiven App, die nicht nur die Werke der Künstler:innen, sondern auch die CO₂-Bilanz der jeweiligen Materialien einblendet. „Wir wollen Transparenz schaffen“, erklärt Finkbeiner. „Kunst ist oft ein Luxusgut, und wir möchten zeigen, dass sie auch ökologisch verantwortungsvoll produziert werden kann.“

Ein weiteres innovatives Projekt ist das „Goodman Sustainability Lab“, das seit 2021 in Kooperation mit der Universität Wien besteht. Hier werden Forschung und Praxis verschmolzen: Studierende und Künstler:innen entwickeln gemeinsam nachhaltige Kunstkonzepte, die später in Ausstellungen umgesetzt werden. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Upcycling von Möbelresten“ von der Künstlerin Anna-Maria Schindler, bei dem aus alten Möbeln aus dem Wiener Stadtgebiet neue Installationen gefertigt wurden. Das Lab dient nicht nur als Labor, sondern auch als Plattform für den Austausch zwischen Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und lokalen Unternehmen.

Doch die Nachhaltigkeitsstrategie von Goodman Wien geht über die reine Materialauswahl hinaus. Die Galerie engagiert sich auch in der lokalen Gemeinschaft, etwa durch Workshops zu Kreislaufwirtschaft oder durch die Förderung von Künstler:innen, die soziale und ökologische Themen verbinden. So etwa unterstützte Goodman 2022 die Künstlerin Lena Rauchfuß, deren Werk sich mit Migration und Umweltzerstörung auseinandersetzt. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen NGOs und Schulen wird Kunst zu einem Werkzeug für Bildung und Veränderung.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Gründung 2015 hat Goodman Wien rund 25.000 Besucher:innen aus 80 Ländern zu nachhaltigen Kunstprojekten eingeladen. Im Jahr 2023 wurden über 15.000 Liter CO₂ durch digitale Ausstellungsbesuche eingespart – ein Beweis, dass Kunst und Ökologie Hand in Hand gehen können. Doch der größte Hebel liegt in der langfristigen Verankerung nachhaltiger Praktiken in der Branche. Goodman Wien zeigt, dass es möglich ist, Kunst zu machen, ohne die Umwelt zu belasten – und dass das nicht nur für die Galerie, sondern für die gesamte Szene ein Vorbild sein kann.

Nachhaltigkeit in der Kunst: Fakten und Zahlen

  • Seit 2015 hat Goodman Wien über 25.000 Besucher:innen zu nachhaltigen Projekten geführt, darunter Künstler:innen wie Olafur Eliasson und Tino Sehgal.
  • Durch digitale Ausstellungen und VR-Tools konnte Goodman 2023 rund 15.000 Liter CO₂ einsparen, was etwa der Emissionen von 1.200 Flugstrecken entspricht.
  • Die Galerie setzt auf recycelte Materialien wie Algen, Bio-Kunststoffe und Upcycling-Projekte, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern.
  • Das Goodman Sustainability Lab kooperiert seit 2021 mit der Universität Wien und fördert gemeinsam mit Studierenden nachhaltige Kunstprojekte.
  • Seit 2022 arbeitet Goodman mit lokalen NGOs zusammen, um Kunst als Werkzeug für Bildung und soziale Verantwortung zu nutzen.
  • Die Ausstellung „Climate Action Now“ dokumentierte 2023 die CO₂-Bilanz der Materialien und machte Transparenz in der Kunstwelt möglich.

Gegenwart und Zukunft: Wie die Kunstszene lernen muss

Die Herausforderung liegt nicht nur in der Umsetzung nachhaltiger Praktiken, sondern auch in der Veränderung der Branchenkultur. Viele Galerien stehen noch vor der Frage, wie sie ihre traditionellen Geschäftsmodelle anpassen können, ohne ihre künstlerische Qualität zu verlieren. Goodman Wien zeigt jedoch, dass es gelingen kann – durch klare Priorisierung, transparente Kommunikation und den Aufbau einer Gemeinschaft, die Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit ansieht. Die Frage ist nicht mehr, ob Kunst ökologisch sein kann, sondern wie schnell die Szene davon überzeugt.

Für die Zukunft wird Goodman Wien weiter an seinen Nachhaltigkeitsstrategien arbeiten, etwa durch die Förderung neuer Materialien oder die Entwicklung von Standards für die Kunstbranche. Gleichzeitig bleibt die Galerie ein Ort, an dem Kunst und Ökologie verschmelzen – nicht als Pflicht, sondern als Inspiration. Denn am Ende geht es darum, dass Kunst nicht nur schaut, sondern auch verändern will. Und das beginnt mit jedem einzelnen Werk, jedem einzelnen Material.

https://www.goodman.co.at/

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